Amalia führt Karl durch die Ahnengalerie ohne ihn zu erkennen. Franz hingegen durchschaut sein Spiel. Er will Daniel, einen frommen Diener des Hauses, dazu zwingen seinen Bruder zu töten. Im anschließenden Monolog relativiert Franz Leben und Tod, in Konsequenz daraus auch Mord, gewohnt sophistisch.
Der Charakter von Franz wird durch die Einführung Daniels noch einmal geschärft. Es bildet sich ein scharfer Kontrast zwischen dem Materialisten und dem obrigkeitshörigen, treuen, frommen, bäuerlich beschränkten, aber friedlichen Daniel. Auch der Monolog von Franz in dieser Szene steht dem von Karl in der letzten Szene als Gegenstück gegenüber. Während Karl Schuldgefühle am Schicksal seines Vaters plagen, überwindet Franz seines durch einen weiteren sophistischen Angriff auf das Phänomen der Geburt und damit des Lebens.
Ich verstehe nicht, warum Amalia ihren Geliebten nicht erkennt. Die "Larve", die er aufgesetzt hat und das nun wilde und sonnengegerbte Haupt, scheinen ihn zumindest nicht gänzlich unkenntlich gemacht zu haben, sonst hätte Franz ihn schließlich nicht erkannt.
Donnerstag, 3. Januar 2008
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